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Geliebte Statistik

Erfolg lässt sich messen. Schon sehr lange gibt es dafür Besucherzähler, die registrieren, wie oft eine Website insgesamt aufgerufen wurde. Diese Zahl hat allerdings isoliert betrachtet wenig Aussagekraft, weil sie keine Auskunft über die Qualität der Besuche gibt. Anders ausgedrückt: Was nützt es, wenn täglich dutzende Besucher Ihre Webseiten aufrufen, um dann innerhalb von Sekunden zur nächsten Internetpräsenz zu springen?

Um den Erfolg einer Website qualitativ zu messen, interessiert zum Beispiel, wie lange sich Besucher Webseiten anschauen, zu welchen Zeiten sie dies tun, ob es Vorlieben für bestimmte Themen (bzw. Webseiten) gibt, aus welcher Region die Besucher kommen, etc.

Das wohl bekannteste Werkzeug hierfür ist zur Zeit Google Analytics. Jeder kann sich zur Nutzung registrieren und erhält einen so genannten Tracking Code, den man z.B. bequem mit einem WordPress Plugin nutzen kann. Das Plugin sorgt dafür, dass die notwendige JavaScript-Funktion in die Webseite integriert wird – und schon übermittelt die Website alle möglichen Daten (bis hin zu einer demographischen Auswertung!) an Google. Dort können Sie die gesammelten Daten in hübschen Torten- und Liniendiagrammen abrufen und sich darüber Gedanken machen, ob eine Absprungrate von 62% gut oder schlecht ist.

Was eine gute bzw. schlechte Bounce Rate ist, lässt sich nicht leicht beantworten und ist auch vom Website-Zweck und der jeweiligen Branche abhängig. (Quelle: Wikipedia, CC-SA 3.0)

Mit Google Analytics haben Sie sogar die Möglichkeit auszuwerten, wann ein Besucher ihrer Website zum Käufer wird (so genannte Konversions-Rate). Großkonzerne bekommen damit rasch einen Überblick über die Effektivität der oft nicht gerade billigen Werbemaßnahmen im Internet.

Google Analytics – für jeden das richtig Tool?

Ist Google Analytics mit seinen vielen Auswertungsmöglichkeiten also für jeden das optimale Werkzeug? Ganz sicher nicht.

Statistische Auswertungen nutzen nur dem etwas, der sie auch liest, interpretiert und danach handelt. Wenn Sie beim Begriff Bounce-Rate eher an das Bälle-Bad eines schwedischen Möbelhauses denken und auch wenig daran interessiert sind, Blog-Beiträge vor allem an den Vorlieben ihrer Webseitenbesucher auszurichten, nützt Ihnen vermutlich Google Analytics wenig.

Im Gegenteil – das eingebundene JavaScript verschlechtert die Performance ihrer Website und liefert Daten frei Haus an einen Dritten, ohne dass Sie vielleicht etwas davon haben. Google Analytics einzubinden, weil es sich so schön professionell anhört, ist der falsche Weg.

Gibt es Alternativen?

Wenn Sie auf die Auswertungsmöglichkeiten nicht verzichten, ihre Daten aber auch nicht Dritten überlassen möchten, ist die frei erhältliche Web-Software Piwik eine interessante Alternative zu Google. Piwik läuft zunächst unabhängig von WordPress auf ihrem Webserver, lässt sich aber mit dem passenden Plugin bequem integrieren und zeigt Ihnen dann im WordPress-Dashboard wesentliche Nutzungsdaten. Eine detailliertere Auswertung ist über den Browser möglich, wenn man das Piwik-Verzeichnis direkt ansteuert.

Abgesehen davon gibt es natürlich auch in diesem Bereich wieder diverse Plugins für WordPress, die zwar etwas weniger Daten sammeln, diese aber hübsch aufbereitet und für den Laien verständlich im WordPress-Dashboard ausgeben.

Eine deutschsprachige Lösung, die auch von Laien mit nur wenigen Mausklicks installiert und eingerichtet werden kann, heißt Statify und ist ebenfalls im WordPress Plugin Repository kostenlos verfügbar.