Eine Website löschen

Dinge ändern sich. Berufliche Perspektiven, Erfolgsaussichten für ein Angebot oder Veränderungen im persönlichen Umfeld können dazu führen, dass eine Website wieder aus dem Internet verschwinden soll. Aber wie funktioniert das eigentlich praktisch, wenn man eine Website löschen möchte? Gibt es auch für Websites etwas wie einen „Ausschalter“?

Die einfachste Lösung ist, den Vertrag beim Web Host zu kündigen. Der Web Host löscht zum Ende der Vertragslaufzeit alle Daten und die Domain-Adresse ist wieder für jedermann frei verfügbar. Allerdings sind auch Links, die von anderen Websites auf die eigene Website verweisen, plötzlich verwaist und alles, was vorher mit viel (finanziellem) Aufwand aufgebaut wurde, ist unwiederbringlich verloren.

Damit der Wechsel nicht ganz so abrupt ausfällt, kann man für eine Übergangszeit eine einfache HTML-Seite vorschalten, die ein paar kurze Informationen darüber liefert, dass die Website demnächst ihren Dienst quittiert. Solche Seiten lassen sich mit wenig Aufwand realisieren und sind schnell online.

Mit einem Eintrag in der Server-Konfigurationsdatei .htaccess können alle Links auf diese neue Webseite weiterleiten. Dabei ist es auch stilvoller und kundenfreundlicher, wenn bei Aufruf eines Links dieser Website nicht nur eine Fehlermeldung 404 Page not found erscheint.

Mit einer robots.txt können auch Suchmaschinen darauf hingewiesen werden, dass Unterverzeichnisse nicht mehr aufgesucht werden müssen. Um die noch existierende WordPress-Installation unzugänglich zu machen, reicht es, in der WordPress-Konfigurationsdatei wp-config.php die Zugangsdaten zur Datenbank auszukommentieren.

Ist der Abschied nur vorübergehend, kann man auch eines der vielen „Coming Soon“-Plugins für WordPress verwenden. Mit einer kurzen Mitteilung werden Webseiten-Besucher darauf hingewiesen, dass die Website vorübergehend nicht erreichbar ist. Alle weiteren Inhalte sind, so lange das Plugin aktiviert ist, nur für angemeldete Nutzer sichtbar. So kann man ganz in Ruhe seine Website umdekorieren, etwa durch Installation eines neuen WordPress-Themes oder inhaltliche Änderungen.

Soll der Abschied hingegen dauerhaft sein, sollte man zumindest vor der endgültigen Abschaltung durch den Web Host über ein Backup der Daten (Datenbank und Dateien!) nachdenken. Auch hierfür gibt es verschiedene WordPress-Plugins, die den aktuellen Stand zuverlässig sichern. Im Prinzip reicht aber die manuelle Sicherung der Datenbank und des WordPress-Unterverzeichnisses wp-content mit den eigenen Uploads (Theme, Plugins, Mediendateien). Für eine dauerhafte Konservierung sollte man übrigens das richtige Speichermedium wählen. CD-ROMs haben eine geschätzte Lebensdauer von 5 bis 10 Jahren, USB-Sticks liegen bei 10 bis 30 Jahren (Quelle: Wikipedia). Angesichts des zu erwartenden technischen Fortschritts im Webdesign sollte dieser Zeitraum reichen.

Suchmaschinen wie Google entfernen Einträge zu Websites nach einer Weile, wenn sie mehrfach die Fehlermeldung 404 Page not found erhalten. Mit der bereits genannten robots.txt lassen sich Crawling-Fehler vermeiden. Die für eine Übergangszeit online geschaltete Webseite kann durch die Code-Zeile

<meta name="robots" content="noindex" />

bereits eine weitere Indexierung unterbinden.

Um die Domain auch nach der Abschaltung durch den Web Host zu sichern, muss man einen Domain Registrar mit der fortlaufenden Registrierung beauftragen. Beim Anbieter INWX entstehen zum Beispiel aktuelle jährliche Kosten von knapp 5 Euro für .de-Adressen, bei .com-Adressen sind es rund 13 Euro pro Jahr.